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Der Blick zum Himmel mit den vielen Sternen war im antiken Ägypten wie auch in anderen, frühgeschichtlichen Hochkulturen sehr stark mit Mythologie und Religion verbunden. Im alten Ägypten waren astronomische Geschehnisse allerdings weit weniger mit Fragestellungen, die die Astrologie betrafen, in Verbindung zu bringen als in anderen Ländern.

Die Ägypter nutzten die Sterne zur Zeitmessung: Für die Nacht benutzten sie zwölf Sterne, wobei der erste und der letzte Stern – also auch der erste und der letzte Zeitabschnitt der Nacht – je nach Jahreszeit angepasst wurden. Die zwölf Nachtsterne oder „die Sterne, die nie untergehen“, wie man sie damals nannte, hatten einen mythologischen Hintergrund. Man glaubte, dass verstorbene Pharaonen mit dem Sonnengott Re des Nachts ins Jenseits fuhren und während der Fahrt von den zwölf Nachtsternen bewacht wurden. Die Überfahrt begann stets mit dem Einsetzen der Dämmerung, beendet war sie bei Sonnenaufgang.

Eine weitere Wichtige Rolle in der Astrologie fiel den Sternen in den Sternbildern zu, denn diese beinhalteten Sterne, die jeweils mit einem Gott in Verbindung gebracht wurden. Zeitzeugen belegen diese Theorie beispielsweise auf der Unterseite eines Sarges, der in Assiut gefunden wurde. Ein weiteres Artefakt entdeckte man in der Grabkammer des Senenmut. Die damals übliche Darstellung der Sternenbilder, wie man auch in der Grabkammer des König Sethos I. sehen kann, hat mit den heutigen Sternenbildern, die uns geläufig sind, nichts gemein.

Nach welchen Vorgehensweisen die Astronomen damals forschten ist leider nicht bekannt, doch weiß man, dass Sirius eine bedeutende Rolle einnahm. Sirius ging ab etwa 2000 vor Christus zeitgleich mit der Sonne auf und das wiederum geschah genau zum gleichen Zeitpunkt, an de die Nilflut einsetzte.

Astrologie im alten Ägypten hatte nichts mit der Erstellung von Horoskopen zu tun, sondern eher mit den mystischen Verbindungen zwischen Menschen und Gottheiten. Auch wurden die Sterne als Wegweiser ins Jenseits benützt.

Welche Methoden die ägyptischen Astronomen genau benutzten, ist nicht überliefert. Im ägyptischen Kalender spielte Sirius eine besondere Rolle, da die Nilflut ab etwa 2000 v. Chr. zeitgleich mit dem gemeinsamen Aufgang von Sirius und der Sonne eintraf. Ursprünglich scheint der Sirius aber mit dem Schönen Fest vom Wüstental in Verbindung zu stehen. Da das ägyptische Jahr genau 365 Tage lang war, änderte sich das Datum des heliakischen Aufgangs des Sirius nur langsam; er fiel nach Ablauf eines Zyklus von 1440 bis 1460 Jahren wieder auf dasselbe Datum des ägyptischen Kalenders. Die Geschichte der altägyptische Religion zeigt, dass die Priester über ihr astronomisches Wissen wachten und noch um 221 v. Chr. eine Reform des Kalenders mit einer verbesserten Jahreslänge von 365,25 Tagen rückgängig machten. Dies mag damit zusammenhängen, dass die Priester für die Berechnung der religiösen Festtage, die sich bei einem 365-Tageskalender langsam verschoben, zuständig waren; diese Aufgabe wäre ihnen bei einem korrigierten Kalender mit 365,25 Tagen abhanden gekommen.

Astronomische Prinzipien sind auch in der Ausrichtung sakraler Bauwerke (insbesondere der Pyramiden) zu erkennen. Auch im grab des Kind-Pharao Tutanchamun hat man Hinweise auf Astrologische/Astronomische ausrichtung der Grabbeigaben gefunden.

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